Als Kuratorin und Redakteurin von Kunstverein Badvilbel sehe ich täglich zahlreiche Bewerbungen. Manche bleiben mir im Gedächtnis, andere eher weniger. Wenn du dich fragst, wie du mit einem Bewerbungskonzept wirklich punkten kannst, schreibe ich hier aus Erfahrung: Es geht weniger um brillante Effekthascherei als um Klarheit, Kontext und eine gut durchdachte Präsentation deiner künstlerischen Arbeit.
Verstehe, worauf ein lokaler Kunstverein Wert legt
Ein Kunstverein wie unserer (https://www.kunstverein-badvilbel.de) sucht nicht nur nach „starken“ Positionen, sondern nach Arbeiten, die in den lokalen Kontext passen, dialogfähig sind und ein Publikum erreichen können. Das bedeutet:
Wenn du diese drei Ebenen im Blick hast, hast du bereits einen großen Vorteil.
Was ein überzeugendes Bewerbungskonzept enthalten sollte
Ein Konzept ist keine Verkaufsbroschüre — es ist ein Werkzeug zur Kommunikation deiner Idee. Ich erwarte von einer Bewerbung folgende Kernbestandteile:
Praktische Tipps zur Sprache und Präsentation
Schreibe klar und bildhaft. Vermeide zu viel Fachjargon — stelle dir vor, du erklärst das Projekt einer interessierten Person, die nicht in deinem Feld arbeitet. Kleine sprachliche Tricks, die oft wirken:
Wie du die lokale Relevanz hervorhebst
Für einen Verein, der lokal verwurzelt und international vernetzt arbeitet, ist die Verbindung zur Region ein Pluspunkt. Das kann so aussehen:
Visualisierung: Bilder, Pläne, Medien
Bilder sind oft das erste, was ich anschaue. Achte auf folgende Punkte:
| Element | Warum wichtig |
| Bilder der Arbeiten | Visualisieren Stil und handwerkliche Qualität |
| Grundriss/Pläne | Zeigen Machbarkeit im Ausstellungsraum |
| Moodboard | Vermittelt Stimmung und kuratorische Idee |
Budget und Realitätssinn
Ein realistisches Budget ist ein Zeichen von Professionalität. Viele Bewerber*innen unterschätzen Kosten für Transport, Versicherung und Aufbau. Rechne konservativ und weise einzelne Posten aus. Wenn bestimmte Zuschüsse oder Leihgaben geplant sind, vermerke das. Ich empfehle, immer einen kleinen Puffer (5–10 %) für unvorhergesehene Ausgaben einzuplanen.
Wie du mit dem Kuratorischen Team kommunizierst
Nach der Einreichung ist Proaktivität gefragt, aber ohne Nachdruck. Schreibe eine freundliche, kurze Follow-up-E-Mail nach angemessener Zeit (z. B. 6–8 Wochen), wenn keine Rückmeldung kam. Wenn du zu einem Gespräch eingeladen wirst:
Fehler, die du vermeiden solltest
Aus meiner Erfahrung sind folgende Stolperfallen häufig:
Was uns wirklich beeindruckt
Am meisten überzeugen Projekte, die eine klare künstlerische Haltung mit einer durchdachten Umsetzbarkeit verbinden. Besonders stark sind Konzepte, die:
Wenn du magst, kannst du dein Konzept anonym in unserem Open Call einreichen oder mich direkt per E-Mail anschreiben. Ich lese Bewerbungen gerne mit Blick darauf, wie ein Projekt sich in unser Programm einfügen und mit dem Publikum ins Gespräch kommen kann. Viel Erfolg bei deiner Einreichung — und denke daran: Ein gutes Konzept ist klar, ehrlich und zeigt, dass du an die Umsetzung gedacht hast.