Als kuratorisch tätige Kunstschaffende erlebe ich immer wieder, wie eine gut durchdachte Fotoserie und eine konsequente Social-Media-Strategie zusammenwirken können, um lokale Ausstellungen über die eigenen vier Wände hinaus sichtbar zu machen. In Bad Vilbel, wo wir mit dem Kunstverein Badvilbel ein kleines, aber dichtes Netzwerk pflegen, sehe ich täglich, dass Bildsprache und Erzählung die Brücke zwischen Publikum, Künstler*innen und Veranstalter*innen schlagen.
Warum eine Fotoserie mehr ist als „nur“ Dokumentation
Fotografie dokumentiert, sie erzählt aber auch. Eine Fotoserie kann Stimmungen transportieren, Materialität hervorheben und räumliche Zusammenhänge begreifbar machen — weit über das, was ein reiner Veranstaltungseintrag vermitteln kann. Wenn ich Ausstellungen begleite, plane ich die Fotoserie früh: Welche Aspekte der Ausstellung sollen hervorgehoben werden? Ist es die Haptik der Arbeiten, das Zusammenspiel von Raum und Licht, oder die Interaktion mit dem Publikum?
Eine zielgerichtete Fotoserie nutzt verschiedene Bildtypen:
Wie Social Media die Reichweite katalysiert
Social Media ist kein Ersatz für klassische Pressearbeit, aber es ist ein kraftvolles Werkzeug, um schnell Sichtbarkeit aufzubauen, Engagement zu erzeugen und direkte Rückmeldungen zu erhalten. Ich nutze Plattformen strategisch:
Wichtig ist dabei, den Content an die jeweilige Plattform anzupassen: Hochformat-Videos und Reels für Instagram und TikTok, quadratische oder hochaufgelöste Bilder für Instagram-Feeds, längere Album-Posts oder Veranstaltungslinks auf Facebook. Ich verwebe vertraute Hashtags wie #BadVilbel #KunstvereinBadVilbel mit spezifischen Tags der Ausstellung und den Namen der Künstler*innen — so werden sowohl lokale wie auch themenspezifische Zielgruppen erreicht.
Workflow: Von der Aufnahme bis zur Veröffentlichung
Mein praktischer Ablauf hat sich über Jahre bewährt:
Best Practices für Bildsprache und Storytelling
Ein paar Regeln, die mir persönlich helfen, Ergebnisse zu erzielen:
Kooperationen und Multiplikatoren
Lokale Partner sind entscheidend: Cafés, Kulturzentren, Schulen, Stadtmarketing. Ich organisiere oft gemeinsame Postings mit dem städtischen Kulturamt oder lade lokale Influencer*innen ein — nicht unbedingt jene mit Millionen Followern, sondern Micro-Influencer*innen, die in der Region verankert sind. Pressetexte sende ich an lokale Zeitungen und Online-Portale; für überregionale Aufmerksamkeit vernetze ich mich mit Kolleg*innen in anderen Städten.
| Ressource | Warum |
| Local Cafés / Kulturzentrum | Flyer-Auslage, gemeinsame Events, Community-Reichweite |
| Micro-Influencer*innen | Authentische Empfehlungen, regionale Zielgruppen |
| Presse & Blogs | Verlässliche Berichterstattung, Archivierung auf Websites |
Besondere Formate, die gut funktionieren
Ich probiere immer wieder neue Formate aus, die sich speziell für Ausstellungen eignen:
Praxisbeispiel: Ausstellung X in Bad Vilbel
Bei einer letzten Ausstellung im Kunstverein Badvilbel haben wir eine Serie aus acht Bildern vorbereitet: zwei Detailaufnahmen pro Arbeit, zwei Raumansichten und zwei Porträts der Künstler*innen. Die Veröffentlichung startete eine Woche vor der Eröffnung mit einem Karussell-Post auf Instagram, begleitet von einer Story-Serie hinter den Kulissen. Am Eröffnungsabend streamten wir kurze Interviews per Instagram Live, die später als Reels konvertiert wurden. Ergebnis: erhöhte Besucher*innenzahlen am Eröffnungswochenende und mehrere Anfragen für Künstlergespräche aus dem Umland.
Tipps für begrenzte Budgets
Nicht jede Institution kann professionelle Fotoproduktionen bezahlen. Einige pragmatische Ansätze:
Wenn Sie Lust haben, begleite ich gerne Ihre Ausstellung mit einer konzeptionellen Fotoserie und einer begleitenden Social-Media-Kampagne. Auf kunstverein-badvilbel.de dokumentiere ich regelmäßig unsere Projekte — dort finden Sie auch Beispiele, die als Inspiration dienen können.